Jul 12 2017

Pressetext des Instituts für Medizinische Informatik der Hochschule Mannheim zur MIRACUM-Förderung

Neue Forschungs- und Therapieansätze durch Verschmelzung von Dateninseln

MIRACUM-Projekt wird unter Beteiligung des Instituts für Medizinische Informatik der Hochschule Mannheim mit 32,1 Mio Euro im Rahmen der Medizininformatik-Initiative des BMBF gefördert.

Das MIRACUM-Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) wird im Rahmen der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ab 2018 mit 32,1 Mio Euro gefördert. Hinter MIRACUM stehen acht Universitäten mit ihren Medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika (Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Gießen, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg), zwei Hochschulen (Hochschule Mannheim, Technische Hochschule Mittelhessen) und ein Industriepartner (Averbis GmbH, Freiburg). Ziel ist es, die derzeit sehr unterschiedlichen Dateninseln aus Krankenversorgung und Forschung in Datenintegrationszentren zusammenzuführen, um die Daten mit Hilfe von innovativen IT-Lösungen für Forschungsprojekte und konkrete Therapieentscheidungen zentral nutzen zu können.

Die Universitätsmedizin Mannheim erhält gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Informatik der Hochschule Mannheim eine Förderung von rund 4,2 Mio Euro zum Aufbau des Mannheimer Datenintegrationszentrums sowie eines universitätsübergreifenden neuen Masterstudiengangs „Biomedical Informatics and Medical Data Science“. Auf das Datenintegrationszentrum aufsetzend, werden die Entwicklung innovativer IT-Lösungen und die standortübergreifende Datennutzung innerhalb des MIRACUM-Konsortiums, aber auch in Kooperation mit anderen Konsortien vorwärts gebracht.

„Wir freuen uns sehr,“, so Prof. Dr. Michael Neumaier (Universitätsmedizin Mannheim), „dass wir MIRACUM insbesondere mit unserer klinischen Expertise und unseren Entwicklungen zur effizienten Visualisierung medizinischer Zusammenhänge stärken können.“ „Darüber hinaus“, so ergänzt Prof. Dr. Paul Schmücker (Hochschule Mannheim), „werden wir unsere Vorerfahrungen aus dem Aufbau von Studiengängen im Umfeld der Medizinischen Informatik gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Technischen Hochschule Mittelhessen zur Stärkung der Biomedizinischen Informatik innerhalb des Konsortiums, aber auch für ganz Deutschland einbringen. Das beinhaltet darüber hinaus auch die ärztliche Weiterbildung in der Medizinischen Informatik, Schulungsangebote für das klinische Personal und wissenschaftliche Kolloquien, vorwiegend als online-Angebote.“

Klinische Befunde, bildgebende Diagnostik sowie genetische und molekulare Untersuchungen sind Beispiele von Informationen aus der Klinik, die MIRACUM vernetzt, um zukünftig beispielsweise Lungenerkrankungen oder auch Hirntumore mit verbesserter Trennschärfe verschiedenen Untergruppen zuzuordnen und Patienten somit zielgerichteter und wirkungsvoller behandeln zu können. Die Behandlung von Krebserkrankungen erfordert die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Sie benötigen in ihrer täglichen Arbeit und insbesondere bei Therapieentscheidungen im Rahmen interdisziplinärer Tumorkonferenzen alle verfügbaren Informationen ihrer Patienten vollständig und auf einen Blick. MIRACUM liefert den Nutzern vernetzte Daten aus der Klinik und aus molekularen bzw. genetischen Untersuchungen unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Die Daten werden effizient zusammengeführt und übersichtlich dargestellt, aber auch ausgewertet, verdichtet und visualisiert. Außerdem wird das Konsortium Datenabfragen für die Identifikation von Patientinnen und Patienten zur Rekrutierung für klinische Studien erleichtern. Erste Ergebnisse wurden bereits im Rahmen einer neunmonatigen Konzeptphase erzielt und können unter http://www.miracum.de nachgelesen werden. Nach dieser Konzeptphase wird MIRACUM nun ab 2018 für weitere vier Jahre gefördert.

Beteiligte Universitäten mit Universitätsklinika:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Universitätsklinikum Erlangen (Konsortialführer)
  • Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und Universitätsklinikum Frankfurt
  • Albert Ludwigs-Universität Freiburg und Universitätsklinikum Freiburg
  • Justus-Liebig-Universität Gießen und Universitätsklinikum Gießen/Marburg
  • Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg Universität Mainz
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim und Universitätsklinikum Mannheim
  • Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Universitätsklinikum Magdeburg
  • Philipps-Universität Marburg und Universitätsklinikum Gießen/Marburg

 

Weitere Partner:

  • Hochschule Mannheim
  • Technische Hochschule Mittelhessen
  • Averbis GmbH Freiburg

 

Pressemeldung BMBF:
https://www.bmbf.de/de/bessere-therapien-dank-medizininformatik-4473.html

Homepage: www.miracum.de

 

Konsortialführer:
Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch
Lehrstuhl für Medizinische Informatik
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum Erlangen
Telefon: 09131 / 8 52 67 20
E-Mail: ulli.prokosch@uk-erlangen.de

lokaler Ansprechpartner:
Prof. Dr. Paul Schmücker
Institut für Medizinische Informatik
Hochschule Mannheim
E-Mail: p.schmuecker@hs-mannheim.de